Oops! It appears that you have disabled your Javascript. In order for you to see this page as it is meant to appear, we ask that you please re-enable your Javascript!
Menu

Money, money, money…

By abroeske | Recht&Steuern

Jul 13

Lassen Sie uns mal über Geld reden. Ach, nein – das tut man ja in good old Germany nicht. Außer, wenn man im Verkauf arbeitet. Dann ist es „ein bißchen“ erlaubt, darüber zu sprechen, was man so verdient mit seiner Arbeit. Aber nur, wenn es „viel“ ist, was man da so bekommt. Wußten Sie, das der durchschnittliche Handelsvertreter z. B. in der Versicherungsbranche als Ausschließlichkeitsvertreter tatsächlich weniger als € 30.000 pro Jahr an Provisionserlösen umsetzt?

Was haben Sie gerade gedacht? Sind € 30.000 viel oder wenig? Das hängt natürlich von der jeweiligen persönlichen Situation des Vertreters ab.

Umsatz statt Gehalt.

Ein Handelsvertreter bekommt kein Gehalt! Auch wenn der Blick in das eine oder andere Gehaltsvergleichs-Portal im Internet genau das suggeriert, z. B. gehaltsvergleich.com , gehalt.de (im übrigen gehören beide Seiten dem gleichen Anbieter) oder steuerklassen.com. Der Handelsvertreter betreibt ein Gewerbe.

Die gezahlten Provisionen sind demnach Umsatzerlöse, von denen zunächst alle Betriebskosten (Fahrzeug, Büromiete, Werbung, etc.) abgezogen werden. Was dann übrig bleibt, gehört immer noch nicht vollständig dem Vertreter, denn davon muss er (oder sie) noch Rentenversicherungs– und Krankenversicherungsbeiträge zahlen. Von der Arbeitslosenversicherung ist der „84er“ befreit. Und somit bei Arbeitslosigkeit auch frei von Leistungen des Staates. Es ist jedoch möglich, sich als Selbständiger freiwillig bei der Arbeitsagentur zu versichern. Was nun nach Abzug der genannten Posten übrig bleibt, entspricht dem Gewinn des Handelsvertreters.

SteuerIllusion des Reichtums

Die größte Falle für den Handelsvertreter ist die Einkommenssteuer. Der Gewinn unterliegt der Einkommenssteuer, bemessen nach der jeweiligen Steuertabelle. Der Zahlungszeitpunkt der Steuer unterscheidet sich jedoch deutlich vom Zeitpunkt der Provisionseinnahme, mitunter mehrere Jahre. So kann beim Blick auf den Kontostand durchaus der Eindruck entstehen, dass unglaublich viel Geld verdient wurde – wer jetzt nicht die Disziplin aufbringt, den Steueranteil an die Seite zu legen, sondern das Geld ausgibt, der wird später sein blaues Wunder erleben. (Weil „plötzlich“ eine Menge Steuern für Erträge aus längst vergangenen Zeiten zu zahlen sind…)

Nicht, dass Sie jetzt vor lauter Mitleid denken: „Oh nein, da muss ich meinem Versicherungsvertreter ja beim nächsten Besuch ein Brot und eine Kiste Cola mitbringen, damit er was zu essen hat.“ Es gibt auch deutliche Abweichungen nach oben: Spitzenverdiener z.B. im Versicherungsvertrieb oder der Industrie bringen es auf gute sechsstellige Umsatzerlöse pro Jahr. Aber die müssen dann ihr Fahrzeug der Oberklasse verstecken, sonst argwöhnt man vielleicht noch, dass „der sein Geld unseriös und zu Lasten seiner Kunden verdient“. Ja, so ist es in good old Germany – man redet eben besser doch nicht über Geld

Bildnachweis: (Reihenfolge analog Erscheinen im Beitrag)  © eyetronic – Fotolia.com, © Marco2811 – Fotolia.com,© www.fotolia.de*

About the Author

Mein Name ist Andreas Bröske. Seit 2011 arbeite ich freiberuflich als Berater. Systematische Vertriebsprozesse und der Erfolg, der sich (fast) automatisch einstellt, wenn man die Dinge auch wirklich „tut“, sind mein Schwerpunkt. Die Stadt, in der ich lebe und arbeite heißt Hamburg, denn ich liebe den Norden: ein wenig rau, gradlinig und ehrlich!