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Firmenfahrzeug oder Privatwagen?

By abroeske | Organisation

Jan 10

Nachdem Sie im ersten Artikel zum Thema AUTO Entscheidungshilfen zur Wahl des „richtigen“ Fahrzeugs erfahren haben, können Sie hier mehr über die steuerliche Behandlung Ihres Autos lesen. Sparen Sie bares Geld durch die richtige Entscheidung…

Privates oder betriebliches Vermögen?

Wenn Sie Ihr privates Fahrzeug für betriebliche Fahrten nutzen, können Sie für jeden geschäftlich gefahrenen Kilometer € 0,30 als Geschäftsausgabe („Miete“ für privates Fahrzeug) ansetzen. Ob Sie sich den Betrag auszahlen oder nur in den Büchern ansetzen, ist unerheblich (linke Tasche – rechte Tasche…)

Ist Ihr Fahrzeug Teil des Betriebsvermögens, können Sie alle Aufwendungen für das Fahrzeug (z.B. Garagenmiete, Versicherung, Steuern, Reparaturen, Park-, Maut-, und Fährgebühren, Kraftstoff, Reparaturen, etc.) als Betriebsausgabe geltend machen und damit Ihr zu versteuerndes Einkommen senken. Bei einem PKW im Betriebsvermögen von Einzelfirmen wird immer eine gemischte geschäftliche und private Nutzung unterstellt.

Da das Finanzamt nicht Ihre privaten Fahrten finanzieren möchte, müssen Sie bei  Ihrem Betriebs-PKW einen Kostenanteil für private Nutzung im Rahmen Ihrer Steuererklärung wieder herausrechnen.

Die Regeln dazu sind durch die Einkommenssteuerrichtlinien bereits definiert. Auch die Entscheidung, ob Ihr Fahrzeug privat bleibt oder in das Betriebsvermögen übergeht, können Sie nur bedingt selber treffen.

Wenn Sie Ihr Fahrzeug weniger als 10% (gemessen in km-Laufleistung) geschäftlich nutzen, bleibt es zwingend Ihr Privateigentum und Sie können weder die Anschaffungs- noch die Nutzungsaufwendungen als Betriebsausgaben absetzen. Aber dafür die Kilometerpauschale (s.o.).

Nutzen Sie Ihr Fahrzeug mehr als 10% aber weniger als 50% geschäftlich haben Sie die Wahl (gewillkürtes Betriebsvermögen oder Privatvermögen).

Bei mehr als 50% geschäftlicher Nutzung haben Sie  keine Wahl, Ihr Fahrzeug ist zwingendes Betriebsvermögen.

Beispiel :

Sie geben bei der Steuererklärung 2015 an, Sie seien mit Ihrem privaten PKW geschäftlich 25.000 km gefahren. („Ausgabe“: 25.000 x 0,30 = € 7.500) .

Um diesen PKW im Privatvermögen zu behalten, müssten Sie also über 25.000 km privat gefahren sein, vermutet der Finanzbeamte. Und bittet Sie, einen entsprechenden Nachweis über die Gesamtfahrleistung zu bringen. Nun suchen Sie hektisch nach Werkstattrechnungen o.ä.

Sie können den Nachweis nicht plausibel erbringen und schon ist Ihr Fahrzeug im Betriebsvermögen!

Nun haben Sie leider auch nicht alle Belege und Kostennachweise gesammelt (wer tut das schon für sein privates Fahrzeug?!?) und können somit nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten als Betriebsausgabe absetzen. Der oben berechnete Steuervorteil ist natürlich ebenfalls hinfällig…

Im Nachhinein, ggf. nach Jahren, dann Nachweise und Belege zu bringen, ist mit unglaublichem Aufwand verbunden. Wenn Sie die Informationen über betriebliche und private Nutzung dann nicht mehr plausibel zusammenbringen, entscheidet der Finanzbeamte mittels Schätzung. Das wird meist nicht zu Ihrem Vorteil sein…

Wenn Sie Ihr Fahrzeug Ihrem Privatvermögen zuordnen wollen, achten Sie darauf, weniger als 50% der Fahrleistung pro Jahr zu betrieblichen Fahrten zu erklären!

1%-Methode vs. Fahrtenbuch

Wenn Sie Ihr Fahrzeug im betrieblichen Vermögen halten, sollten Sie, die „Kosten“ (steuerpflichtige Privatentnahme!) für die private Nutzung möglichst gering halten.

Eine Änderung der Methode zur Ermittlung des Privatanteils ist nur möglich bei Wechsel des Fahrzeugs oder zu Beginn eines neuen Geschäftsjahres.

Am einfachsten ist die pauschale Ermittlung des Privatanteils mit der 1 %-Methode. Sie setzen 1% des Bruttolistenpreises (unverbindliche Preisempfehlung) pro Monat, also 12 % pro Jahr als Privatentnahme an. „Einfach“ bedeutet in diesem Zusammenhang leider oft auch: teuer!

Die Anwendung der 1%-Methode ist jedoch seit 2006  bei gewillkürten Betriebsvermögen (betriebliche Nutzung zwischen 10% und 50%) nicht mehr zulässig. Sie können diese Methode also nur anwenden, wenn sich Ihr Fahrzeug im notwendigen Betriebsvermögen befindet.

Dies weisen Sie mittels einer fahrtenbuchähnlichen Aufzeichnung über einen repräsentativen Zeitraum von drei Monaten im Jahr der Fahrzeuganschaffung nach. Das gilt dann jedoch so lange, wie sich nichts wesentliches ändert, z.B. durch Wechsel der regelmäßigen Arbeitsstätte.

Ganz genau lässt sich der betriebliche und private Nutzungsanteil nur durch ein Fahrtenbuch ermitteln. Dieses wird allerdings gerne vom Finanzamt als ordnungsgemäßer Nachweis abgelehnt, was wiederum daran liegt, dass die meisten Menschen es nicht ordnungsgemäß führen… Zum Glück etablieren sich langsam aber sicher gute (und vom Finanzamt i.d.R. anerkannte) elektronische Lösungen.

Führen Sie ein Fahrtenbuch für Ihr geschäftliches Fahrzeug. So gehen Sie potentiellen Auseinandersetzungen mit Ihrem Finanzamt aus dem Weg und sparen oftmals bares Geld. Darüber hinaus gewinnen Sie wertvolle Informationen, um sinnvolle kaufmännische Entscheidungen zu treffen!

Wenn Ihnen der Aufwand zum Führen ein handschriftlichen Fahrtenbuchs zu hoch ist, verwenden Sie ein elektronisches Fahrtenbuch, z.B. von vimcar* (Wir verwenden das vimcar Fahrtenbuch seit knapp einem Jahr – ein ausführlicher Beitrag wird folgen…)

Weiterführende Links zum Thema:

Fahrtenbuch führen, Einordnung in Betriebs- oder Privatvermögen,

Bildnachweis © Thaut Images, fotolia.com  www.fotolia.de*

About the Author

Mein Name ist Andreas Bröske. Seit 2011 arbeite ich freiberuflich als Berater. Systematische Vertriebsprozesse und der Erfolg, der sich (fast) automatisch einstellt, wenn man die Dinge auch wirklich „tut“, sind mein Schwerpunkt. Die Stadt, in der ich lebe und arbeite heißt Hamburg, denn ich liebe den Norden: ein wenig rau, gradlinig und ehrlich!